#04 Wie Verbindung über Jahre trägt
Shownotes
Liebe im Job bleibt selten folgenlos. Sie verändert Dynamiken, Entscheidungen und Selbstbilder.
In dieser Episode hörst du, wie Andreas und Petra ihren gemeinsamen Weg gegangen sind, von der Jugendliebe bis zur heutigen Verantwortung in einem traditionsreichen Familienunternehmen. Über Jahre hinweg haben sie nicht nur ihre Beziehung weiterentwickelt, sondern auch Strukturen geschaffen, die beides zusammen tragen: Nähe und unternehmerische Verantwortung.
Sie haben sich für eine Aufgabenteilung entschieden, die viele als klassisch bezeichnen würden, und begegnen sich dabei dennoch auf Augenhöhe. Sie zeigen, welche Spannungsfelder entstehen können und wie sich Gleichgewicht immer wieder neu herstellen lässt.
Es geht um Verantwortung, Rollen und die Frage, was eine Verbindung langfristig stabil hält. Wie gelingt es, über Jahre hinweg in Beziehung zu bleiben, ohne sich im Alltag und in der Arbeit zu verlieren?
Berufsverkehr ist aus meinem Buch „Karrierefaktor Sex“ entstanden. Während ich dort psychologische und strukturelle Dynamiken im Arbeitsleben analysiere, öffnet der Podcast einen Raum für persönliche Perspektiven und reale Erfahrungen am Arbeitsplatz.
Mehr zu Andreas und Petra sowie ihrem Unternehmen findest du unter https://www.knoll-fachhandel.de/
Mehr zu mir, meiner Arbeit und zum Buch „Karrierefaktor Sex“ findest du unter www.nancy-hanisch.de
Transkript anzeigen
00:00:09: Das ist Berufsverkehr.
00:00:11: Der Podcast über Liebe, Nähe und Beziehung im Arbeitsleben.
00:00:15: Echte Stimmen, echte Gefühle, echten Begegnungen.
00:00:19: Von und mit Nancy Hanisch!
00:00:31: Ihr beiden, Danke, dass ihr da seid.
00:00:33: Verratet uns:
00:00:34: wer seid ihr?
00:00:34: Und nun, wie seid ihr euch begegnet?
00:00:37: Ich bin Andreas, ich bin 58 Jahre alt und habe meine Frau mit meinem sechzehnten Lebensjahr kennengelernt.
00:00:45: Ich bin Petra und ich bin 57 Jahre alt. Ja, genau.
00:00:47: Ein Jahr jünger wie mein Mann, also mit Vierzehn.
00:00:50: Oh wow, jetzt habt ihr uns euer Alter schon verraten.
00:00:53: Das heißt, ihr verbringt tatsächlich den Großteil eures Lebens schon zusammen.
00:00:56: Das ist was Besonderes, wie ich finde, in der heutigen Zeit. Und wie war eure Kennlerngeschichte?
00:01:02: Würdet ihr uns ein kleines bisschen mitnehmen?
00:01:04: Weil, nun, da fängt ja eure Geschichte an.
00:01:07: Ja, wie das so im Teenager-Alter ist.
00:01:09: Nachmittags nach der Schule ins Schwimmbad mit dem Fahrrad gefahren,
00:01:12: mein Mann mit dem Mofa und dann kommt eins zum anderen.
00:01:16: Da lernt man sich kennen, die Freunde untereinander,
00:01:18: meine Freundin dabei, seine Freunde dabei.
00:01:21: Und da ist es langsam innerhalb von einem halben Jahr, glaube ich, so entstanden.
00:01:25: Die Eltern waren natürlich erst mal erschrocken, weil im jungen Alter ist das schon was Außergewöhnliches gewesen, nicht so, wie heute jetzt.
00:01:32: Okay, also die Reaktionen waren erstmal gar nicht so durchweg positiv?
00:01:36: Ich will nicht sagen positiv, aber gerade hier so mein Papa und seine kleine Tochter...
00:01:42: Und da kommt einer angerast mit einem Mofa.
00:01:44: Das war schon... Ja!
00:01:47: War schon spannend.
00:01:48: Du musstest dich erst mal ein bisschen beweisen?
00:01:50: Ja, das Hauptproblem war gewesen, meine Frau am Anfang zu finden.
00:01:53: Also, ich habe sie kennengelernt bei einer gemeinsamen Freundin und hab nur gewusst, dass sie Petra mit Vornamen heißt.
00:01:58: Und dann kam ein alter Mann, für mich damals, der war vielleicht Mitte Vierzig oder so... ...und hat sie abgeholt!
00:02:04: Die Freundin hat sich natürlich den Spaß rausgemacht, mir nichts zu sagen.
00:02:07: Also, habe ich dann so getan, als hätte ich meinen Moped-Schlüssel verloren.
00:02:10: Ich hab gefragt, weil ich mit ihr eine Runde Moped vorher gefahren bin,
00:02:13: vielleicht hat sie den einstecken?
00:02:15: Ah,
00:02:15: okay, also Trick Siebzehn!
00:02:16: Ja,
00:02:17: ich hatte ja den in Wirklichkeit, aber hab so getan.
00:02:20: Und da habe ich gesehen, die Freundin hat damals die vier drei sechs fünf gewählt im Friedberg. Und dann wusste ich schon immer, wo ich suchen muss.
00:02:27: Dann habe ich durch Zufall den Schlüssel doch wiedergefunden.
00:02:30: Das erste, was ich gemacht habe, ist, ich bin heimgefahren und hatte Glück.
00:02:32: Meine Großeltern hatten das große Telefonbuch Und ich hab dann die vier, drei, sechs, fünf in Friedberg gesucht.
00:02:37: Ich muss das Telefonbuch zweimal nach ihr durchsuchen.
00:02:40: Am ersten Mal bin ich drübergehüpft.
00:02:42: Das war vor Aufregung und Suchen.
00:02:44: Da stand früher noch die Adresse in der Telefonnummer drin.
00:02:48: Dann habe ich mich auf mein Moped gesetzt.
00:02:49: Bin da hingefahren, hab geklingelt!
00:02:51: Okay, voller Mut?
00:02:52: Ja ja ja... Und Lederkombi und Helm und ihre Mama hat den Fehler gemacht.
00:02:57: Die hat aufgemacht.
00:02:58: Wie ich dann sagte, ich würde gerne mal zur Petra,
00:03:00: Hat sie mich auch reigelassen.
00:03:01: Zum
00:03:01: Glück!
00:03:04: Was ein schöner Anfang.
00:03:06: Aus diesem Anfang, nach der Verliebtheitsphase irgendwann, aus der bewussten Entscheidung, wir gehören zusammen, ist bis heute ein gestandenes Familienunternehmen geworden.
00:03:16: Wie seid ihr hier rein gewachsen?
00:03:18: Ja gut, das Unternehmen gibt es schon seit achtzehn
00:03:20: hundert siebzig und Andreas war auch noch in der Berufsschule in dem Alter. Ich war auch noch in der Schule, in der Oberstufe. Ja, von Generation zu Generation ging das halt weiter.
00:03:32: Andreas ist dann irgendwann ins Unternehmen eingestiegen und ich hab erst noch eine Ausbildung gemacht.
00:03:38: Dann haben wir eigentlich schnell festgestellt, dass wir dann auch zusammenladen wollten.
00:03:41: Wir haben relativ früh schon geheiratet.
00:03:43: Mit einundzwanzig war die Tochter schon da... Oh wow
00:03:46: Okay!
00:03:47: Wie schön!
00:03:48: Nach meiner Ausbildung hat sich dann halt die Frage gestellt: was mache ich weiter?
00:03:52: Ich habe meine Ausbildung
00:03:55: im Büro
00:03:56: gemacht.
00:03:57: Und ja, dann hat das halt ganz gut gepasst.
00:03:59: Und dann kam die Frage: mache ich da weiter oder wechsele ich zu meinem Mann rüber,
00:04:03: in so ein Familienunternehmen?
00:04:05: Das ist einfach wichtig, dass da auch alles in einer Hand bleibt.
00:04:08: Gerade, was die Buchhaltung und so betrifft, finde ich das schon ganz wichtig bei so einem Unternehmen, dass man da auch einAug enmerk drauf hat. Andreas als Schreiner, der Handwerker, übernimmt halt alles, was damit zu tun hat und ich ergänze dann mit meinem, Buchführung, Werbung Löhne, alles, was so nötig ist.
00:04:26: Und so hat jeder sein Aufgabenfeld und in der Mitte wachsen wir dann zusammen.
00:04:29: Ja, ich glaube, das ist gar nicht so selbstverständlich. Denn ich könnte mir vorstellen, immer mal wieder nehmt ihr vielleicht Dinge aus dem Betrieb mit nach Hause und andersrum.
00:04:39: Wie geht ihr damit um?
00:04:40: Also, es ist schon sehr schwer.
00:04:41: Wir haben schon immer versucht, wenn wir aus der Firma draußen sind, zu sagen, dass wir dann privat sind. Funktioniert aber nicht.
00:04:48: Also, wir haben teilweise wirklich, wenn mir hier in der Firma schwere Entscheidungen treffen müssen, große neue Anschaffungen oder andere Dinge, das wir teilweise morgens um fünf im Bett liegen und jeder den anderen fragt: bist du auch schon wach? Und man merkt, beim Partner geht es durch den Kopf und dann spricht man morgens um fünf im Bett über Dinge, die eigentlich noch drei Stunden weg sind.
00:05:08: Weil wir erst um acht Uhr hier offiziell in der Firma anfangen.
00:05:11: Das kann man nicht ausblenden!
00:05:12: Man kann auch nicht ausblenden, wenn man im Urlaub ist, dass man einfach sagt: ich bin jetzt im Urlaub und ich schalte jetzt ab.
00:05:17: Das geht halt als Selbstständiger im eigenen Unternehmen zusammen mit dem Partner nicht.
00:05:21: Also, du bist vierundzwanzig sieben und das ganze Leben dann irgendwo mitten in der Firma mit drin. Und du musst dann halt wirklich probieren, es zu trennen, so, wie wir zwei das machen.
00:05:34: Ich bin derjenige, der fürs Handwerkliche zuständig ist.
00:05:37: Ich habe schon selber ein Patent auf eine Sache bekommen und hab jetzt auch wieder neue Sachen in der Entwicklung.
00:05:43: Ich mache mehr das und meine Frau steht hinter mir und schiebt mich nach vorne, gibt mir Halt und Stütze.
00:05:50: Und ist auch dafür zuständig, dass das Ganze finanziell läuft... da wäre ich haltlos verloren ohne meine Frau.
00:05:57: Weil nur vom Arbeiten kann niemand leben.
00:05:59: Ja!
00:06:01: Ich glaube, es stützt sich viel auf gegenseitigem Respekt, auf gegeseitiges Vertrauen, dass die jeweils andere Seite genau richtig handelt, wenn man das so sagen darf.
00:06:09: Habt ihr eine goldene Regel für euch?
00:06:11: Wann ihr euch da vielleicht ein bisschen erinnert:
00:06:13: Okay, jetzt ist auch private Zeit?
00:06:15: Gibt's da so was?
00:06:16: Habt ihr einen geflügelten Satz oder irgendwas? Ja,
00:06:19: wir gehen dann schon dazu und sagen: So, jetzt ist es mal gut.
00:06:22: Jetzt lassen wir das mal!
00:06:24: Morgen früh geht es weiter. Diese Sätze oder diese Geschichte, diese Konservation, die gibt es dann auch schon mal.
00:06:31: Wo einfach der andere dann sagt, wir lassen das jetzt mal gut sein.
00:06:34: Schickt jetzt?
00:06:35: Ja,
00:06:35: das schickt jetzt, genau.
00:06:37: Wobei ich da wirklich sagen muss, dass meine Frau das wesentlich besser kann wie ich.
00:06:41: Jetzt sind wir ja nur noch zu zweit, unsere Kinder sind ja schon erwachsen.
00:06:44: Aber wie die Kinder noch klein waren, dann kam dann auch von den Kindern, ihr redet ja schon wieder von der Arbeit.
00:06:49: Dann hat man dann erst einmal gemerkt stopp jetzt mal!
00:06:54: Und wir haben es sogar schon mal angefangen gehabt.
00:06:56: Es ist ganz witzig, weil das ging wirklich nur bei jedem Essen nur noch um die Arbeit.
00:07:01: Und dann habe ich gesagt: So, jetzt stelle ich hier eine Kasse hin.
00:07:04: Ah, okay!
00:07:06: Dann hat das Ding natürlich ständig geklimpert, also immer fünfzig Cent rein und da war der nächste Urlaub schnell bezahlt.
00:07:12: Ja, die Kasse war gut.
00:07:15: Das hat uns viel geholfen, muss ich sagen. Denn irgendwann hast du gesagt,okay, jetzt lassen wir's gut sein Ich will ja schon nicht wieder was in die Kasse werfen.
00:07:23: Das kann ich mir sehr gut vorstellen.
00:07:26: Wie nett!
00:07:27: Wenn ihr hier seid, gibt es manchmal auch Situationen, wo ihr sagt, das ist vorteilhaft oder weniger vorteilhaft, dass wir ein Paar sind?
00:07:34: Stoßt ihr manchmal auch an Grenzen?
00:07:36: Oder vielleicht auch auf Komplimente?
00:07:39: Also...
00:07:39: Ich kann jetzt nicht sagen, dass es von Nachteil irgendwo ist.
00:07:43: Weil ich weiß nicht, wie ich sonst mit meinem Chef oder einer Chefin umgehen würde.
00:07:49: Aber ja, wir können halt jederzeit miteinander reden.
00:07:52: Also, wir machen keine Termine aus.
00:07:54: Ich kann erst in einer Stunde ins Büro kommen, oder so. Und das, glaube ich, läuft schon gut, natürlich auch immer mit Respekt.
00:08:02: Also hier fährt jetzt keiner dem anderen über den Mund, wenn ihm was nicht passt,
00:08:06: sondern man geht schon ganz respektvoll miteinander um und hört sich auch in Bewerbungsgesprächen immer das an, was der andere dazu zu sagen hat.
00:08:13: Wir ergänzen uns da.
00:08:14: Also, ich kann nicht sagen, dass das irgendwo von Nachteil ist.
00:08:17: Wir kennen es natürlich auch nicht anders.
00:08:19: Wir haben beide nie in anderen Firmen gearbeitet, bis ich auf mich in meiner Ausbildung. Ich weiß jetzt nicht ,wie es in anderen Firmen läuft. Aber so ist eigentlich eine lockere Atmosphäre.
00:08:29: Es ist auch so, wenn hier mal irgendwas ganz mächtig schiefgelaufen ist.
00:08:34: Und ich bin halt auch mehr der Impulsive, wenn's dann wirklich immer aus mir rauskommt.
00:08:38: Dann bremst meine Frau mich dann schon mal ein und sagt komm, reg dich mal nicht ganz so auf.
00:08:42: Sie ist dann schon der starke Halt an meiner Seite, weil ich dann wirklich irgendwann an einen Punkt angekommen bin, dann werd' ich impulsiv und
00:08:51: ja, da muss ich einfach mal raus.
00:08:53: Und das muss ich schon sagen: ohne meine Frau wäre ich schon manchmal aus dem Fenster gehüpft.
00:08:58: Für euch eher ausgleichend und damit vielleicht auch gut fürs Betriebsklima
00:09:01: und für
00:09:02: eure Mitarbeitenden?
00:09:03: Also, das auf alle Fälle, denke ich, dass wir für den ganzen Betrieb eigentlich Vorteile haben... ...und es ist ja auch unser Unternehmen gemeinsam.
00:09:10: Wir gucken immer beide drauf, dass es gut läuft.
00:09:13: Der eine versucht dann mal, jetzt nach vorne zu gucken, zu investieren, der andere guckt dann, das wird jetzt schon und dann ja, genau. Es gibt immer eine treibende Kraft und eine, die so ein bisschen nach hinten zieht, wenn es ein gemeinsames Baby ist, glaube ich schon.
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00:09:36: Also kann man jedem nur Mut machen, das auch umzusetzen?
00:09:39: Ich sage mal so: jeder handwerkliche Mann ist nur so gut wie die Frau, die hinter ihm steht.
00:09:43: Das ist wirklich wahr!
00:09:44: Ich kenne anderen Kollegen.
00:09:47: Es sind teilweise Einzelkämpfer... Ich bewundere die Kollegen, wenn die abends dann noch da im Büro sitzen und noch Angebote und Rechnungen machen, Bestellungen und so.
00:09:55: Also, wenn ich abends heimgehe, dann habe ich da keine Lust mehr auf sowas.
00:10:00: Und da merkt man dann auch teilweise, wenn wir dann anrufen, geht keiner dran oder dann muss man dreimal irgendwas nachfassen.
00:10:07: Während das jetzt hier schon so geregelt ist, dass alles, was mit Zahlen, mit Geld zu tun hat, macht meine Frau.
00:10:13: Die sagt mir dann halt auch schon, ja, wäre toll die Maschine, aber das Budget gibt es eben nicht her, musst du nochmal warten.
00:10:18: Oder musst du etwas anderes suchen?
00:10:20: Das mache ich dann auch, also, da muss man dann auch als Handwerker darauf hören.
00:10:23: Wenn die Stimme dann sagt, hier das Budget ist so und so hoch, bis dahin kannst du gehen.
00:10:29: Dann brauchst du nicht anfangen, in der Wolke rumzuschweben, damit es doch geht.
00:10:32: Und das ist bei uns wirklich ganz gesund.
00:10:34: Ich bin dann teilweise eher der, der vorweggeht, der halt Gas gibt, macht und tut.
00:10:39: Und mein Frau, die fängt mich dann abends schon mal ein und sagt, wow, cool Idee...
00:10:42: Aber wer soll denn das bezahlen?
00:10:44: Ja, ich glaube, du hast was ganz Wesentliches gesagt, nämlich, dass eine ist das Einbremsen können und sehen und das andere ist natürlich aber auch, sich einbremsen zu lassen.
00:10:51: Und so erlebe ich euch, dass es natürlich von großer Wertschätzung, aber auch vom großen Respekt gegenseitig geprägt ist,
00:10:58: das transportiert ihr ins Unternehmen.
00:11:00: Was würdet ihr Menschen, die sich vielleicht auch dafür entscheiden, gemeinsam ein Unternehmen zu gründen,
00:11:05: was würdet ihr mit auf den Weg geben?
00:11:06: Was sind vielleicht Wünsche, was sind vielleicht aber auch so kleine Ausrufezeichen, wo ihr sagt, achtet doch darauf?
00:11:12: Das ist eine gute Frage.
00:11:15: Ja, nun!
00:11:16: So aus dem Stehgreif.
00:11:17: Also,
00:11:18: wichtig ist vor allem, dass man halt wirklich auch versucht, noch Privatleben zu haben.
00:11:21: Das glaube ich, ist ein ganz wichtiger Faktor, dass man es nicht nur auf die Firma ausdehnt.
00:11:28: Das ist das, was uns halt nicht immer gelingt.
00:11:30: Das haben wir hier eben schon mal besprochen.
00:11:31: Aber es darf auch nicht ausufern.
00:11:33: Also, man muss auch noch Privatperson dabei bleiben und darf das nicht alles so mit nach Hause nehmen.
00:11:40: Aber ich kann da wirklich nur jedem Mut machen, den Schritt zu gehen.
00:11:44: Ich denke, besser kann es eigentlich nicht laufen.
00:11:46: Es ist gesund für den Betrieb, weil... Wenn es was Eigenes ist, dann versucht man hier auch wirklich, alles richtig zu machen und sich komplett mit einzubringen.
00:11:54: Ja,
00:11:55: zweifellos!
00:11:59: Ja, ich würde auch sagen, der Vorteil ist halt, man hat seinen Partner im Prinzip ständig um sich.
00:12:05: Man hat die Möglichkeit, sich auch mal selber Freiräume zu schaffen und so.
00:12:10: Wir fahren jetzt halt immer über die langen Wochenende weg, das müssen wir nicht erst mit irgendwelchen anderen Leuten abstimmen, sondern das bestimmen wir zwei.
00:12:17: Das stimme ich dann mit unseren Mitarbeitern ab.
00:12:20: Da haben wir Glück, dass wir ganz großartige Mitarbeiter haben, das wir jetzt auch öfters im Urlaub machen können.
00:12:24: Dass der Betrieb auch ohne uns beide eine gewisse Zeit kann.
00:12:26: Während jetzt Leute, die in zwei verschiedenen Betrieben arbeiten und gerade, wenn es noch große Unternehmen sind... ihren Jahresurlaub irgendwie planen müssen.
00:12:36: Das machen wir dann nicht, sondern wir haben jetzt einfach entschieden, zum Beispiel, den Feiertag fahren wir dann einerlängertes Wochenende ins Zillertal und im Frühsommer wollen wir dann mal mit dem Hund Urlaub machen.
00:12:48: Und das haben wir jetzt letzte Woche entschieden und haben es hier am Dienstag gebucht, ohne, dass wir irgendjemand anderen noch fragen müssen.
00:12:54: Das ist dann halt ein Vorteil an der ganzen Geschichte.
00:12:57: Wir versuchen beide, nach Möglichkeit, Sonntags gar nicht über die Firma zu reden.
00:13:01: Also, das ist so ein ganz großer Punkt, wo man sagt, Sonntag ist dann mal frei.
00:13:05: Mir selber haben ja hier Samstags auf, von acht bis zwölf die Firma.
00:13:09: Danach geht es teilweise noch zu Aufmaßtermin und sowas.
00:13:12: Wir probieren aber spätestens, wenn wir am Samstag Mittag dann irgendwann angekommen sind, nach Möglichkeit ohne Firma zu leben.
00:13:19: Und meistens funktioniert's auch, dass du, wenn der abends daheim im Bett liegst, dass wir dann nicht mehr über die Firma schwätzen.
00:13:25: Außer, du hast jetzt große Geschichten, große Finanzierungsgeschichten oder Neuentwicklungen.
00:13:30: Und da ist es dann wieder schön, wenn jemand sn deiner Seite ist, egal, ob im Bett, auf der Couch oder am Küchentisch.
00:13:38: Mit dem kannst du darüber reden und mir geht es zumindest so, der deine Gedankengänge dann auch verfolgen kann und praktische Tipps dazu geben kann.
00:13:47: Meine Frau kennt sich auch bestens in der ganze Firma aus und wir können auch sehr viele technische Sachen zusammen besprechen, was mir dann auch wieder in meinen Gedankengängen weiterhilft.
00:13:58: Dankeschön, ich glaube, da war ganz viel drin zum Abschluss.
00:14:01: Gibt es einen Wunsch den ihr habt, für Gefühle?
00:14:03: Vielleicht noch zu Liebe am Arbeitsplatz, wo wir sie ja nun öfter treffen und doch vielleicht nicht so oft erlaubt treffen?
00:14:10: Ja, ich glaub, wir haben jetzt den Punkt bis jetzt noch nicht gehabt, dass bei uns in der Firma ansonsten Pärchen waren, dafür ist leider unsere Firma zu klein.
00:14:19: Ich glaube schon, dass so eine Arbeitsbeziehung in der ganzen Firma gut tun kann.
00:14:26: Wenn es in vernünftigem Maß und mit Regeln vorgelebt wird.
00:14:29: Das kann ich mir schon gut vorstellen.
00:14:31: Kann natürlich auch an die andere Richtung gehen,
00:14:33: wenn's dann irgendwie zu Komplikationen kommt.
00:14:39: In der Firma selber, am selben Arbeitsplatz arbeiten und sie lassen sich scheiden oder was auch immer.
00:14:44: Ich glaub, das ist dann sehr schwierig.
00:14:47: Auch bei uns gab es schon Streit,
00:14:50: so ist das ja jetzt nicht.
00:14:51: Aber wir beide sind an dem Punkt, wenn wir abends ins Bett gehen, bevor ich das Licht ausmache, ist das Ding durch, damit am nächsten Morgen wieder erholt und mit gutem Gefühl aufgewacht werden kann.
00:15:02: Und ich freue mich dann, meinen Partner zu sehen und gemeinsam wieder zu neuen Ufern aufzubrechen.
00:15:07: Also, das haben wir bis jetzt immer gemacht, dass, wenn mal irgendwas war, wir irgendwo Diskussion hatten, diese dann, bevor das Licht ausgemacht wird, beendet waren.
00:15:14: Und habe ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
00:15:17: Hat
00:15:17: er schön gesagt.
00:15:19: Hat er zweifellos schön gesagt!
00:15:21: Ich sage ein großes Dankeschön an euch beide, denn aus meiner Sicht braucht es viel, viel mehr so mutige. kluge Vorbilder. wie wir euch haben und in diesem Sinne: alles Gute für euch.
00:15:41: Danke fürs Zuhören.
00:15:42: Wenn dich diese Folge berührt hat, teile sie.
00:15:46: Berufsverkehr findest du überall dort, wo es Podcasts gibt.
00:15:51: Bis zum nächsten Begegnung. Deine Nancy Hanisch.
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