#03 Wo Nähe im System entsteht

Shownotes

Liebe im Job bleibt selten folgenlos. Sie verändert Dynamiken, Entscheidungen und Selbstbilder.

In dieser Episode hörst du, wie Julian uns mit in seine Zeit bei der Marine nimmt. In einem System, das von Hierarchie, klaren Rollen und Abhängigkeiten geprägt ist, hat er als Kollege und Vertrauensperson Einblicke gewonnen, die oft im Verborgenen bleiben. Er beschreibt, welche Spannungsfelder entstehen, wenn persönliche Nähe auf strukturelle Ordnung trifft und wie sich Dynamiken im Umfeld entfalten.

Es geht um Wahrnehmung, Verantwortung und die Frage, wie Beziehungen in einem so eng getakteten Gefüge wirken. Was wird gesehen, was bleibt unausgesprochen und warum?

Berufsverkehr ist aus meinem Buch „Karrierefaktor Sex“ entstanden. Während ich dort psychologische und strukturelle Dynamiken im Arbeitsleben analysiere, öffnet der Podcast einen Raum für persönliche Perspektiven und reale Erfahrungen am Arbeitsplatz.

Mehr zu Julian und seinem Unternehmen findest du unter https://baerenstark.media/

Mehr zu mir, meiner Arbeit und zum Buch „Karrierefaktor Sex“ findest du unter www.nancy-hanisch.de

Transkript anzeigen

00:00:09: Das ist Berufsverkehr.

00:00:11: Der Podcast über Liebe, Nähe und Beziehung im Arbeitsleben.

00:00:15: Echte Stimmen, echte Gefühle, echten Begegnungen.

00:00:19: Von und mit Nancy Hanisch.

00:00:34: So, ich bin unfassbar froh, dass du heute mein Gast bist und deswegen die erste und natürlich wichtigste Frage: wer bist Du

00:00:42: und was machst Du?

00:00:43: Dann natürlich, aus welcher Zeit möchtest Du uns etwas erzählen?

00:00:48: Ja, erst mal vielen Dank, dass ich hier in deinem Podcast sein darf,

00:00:51: liebe Nancy.

00:00:52: Mein Name ist Julian Fuchs und ich bin Geschäftsführer von Bärenstark Media.

00:00:55: Jetzt denken viele,

00:00:56: ich bin eine Agentur.

00:00:57: Nein!

00:00:57: Ich bin ein Businessfotograf und kreativer Ingenieur, speziell Wirtschaftsingenieur, für die Menschen, die es wissen möchten.

00:01:04: Ich

00:01:04: glaube, das ist gut für die Klarstellung.

00:01:07: Das ist ja auch ein Unterschied, was man für ein Ingenieur ist.

00:01:10: Genau und ich verbinde das Ganze einfach als Unternehmensberater und kreativer Typ, als Fotograf. Und ich gehe in KMU-Konzerne, um dort zu sprechen.

00:01:21: Also stell dir das vor wie ein Zahnrad,

00:01:23: das geht einfach ins Blut 

00:01:25: und im Endeffekt habe ich ganz früher Bürokaufmann gelernt und

00:01:28: bin dann über acht Jahre zur See gefahren in der deutschen Marine.

00:01:33: Mein Schiff steht hier, quasi vorm Büro, wo ich drauf war.

00:01:37: Dann hab mich entschieden: was machst du überhaupt?

00:01:39: Hab das Abitur nachgeholt, also das Fachabitur in Wirtschaft und hab da gedacht: geil!

00:01:44: Ich kann die wirtschaftliche Sachen, ich kann die technischen, dann mache ich den Wirtschaftsingenieur. Und bin dementsprechend durchgedüst, war in Finnland über acht Monate im Auslandssemester

00:01:55: und hab mich in der Zeit selbstständig gemacht, so wie es jetzt gerade ist, mit Bärenstark Media als Business- und Eventfotograf. Ich bin international unterwegs und habe dementsprechend, glaube ich, ganz, ganz viele Stories und Geschichten schon selber erlebt oder mitbekommen.

00:02:12: Genau das möchte ich heute mit dir, mit euch auf jeden Fall teilen.

00:02:16: Vielen Dank.

00:02:17: Das ist ein mehr als ein großes Päckchen, was du uns da mitbringst.

00:02:21: Du nimmst uns ja mit in eine Zeit, die eine ganz besondere war, auch in deinem Leben, denn es geht aufs Schiff, wenn ich das richtig weiß.

00:02:31: Genau, korrekt!

00:02:32: Es geht auf eine Fregatte, im Endeffekt.

00:02:34: Verrat uns gerne,

00:02:36:  was du uns gleich erzählen magst.

00:02:38: Ich sage ja immer so: in jedem Hafen gibt's ne neue Bekanntschaft, in Anführungszeichen.

00:02:46: Eine neue Liebe, ja?

00:02:47: Genau und da kann ich nur sagen, es gab... Ich nenne das jetzt mal Menschen, weiblich und männlich, die das tatsächlich auch gemacht haben.

00:02:56:

00:03:05:

00:03:09: Ja, man bekommt sowas mit und im Endeffekt auf dem Schiff...

00:03:13: Ich meine, es sind hundertfünfzehn Meter Länge, fünfzehn Meter Breite,

00:03:16: da hat man das am nächsten Morgen schon alles so mitgekriegt.

00:03:19: Wer?

00:03:20: Mit wem irgendwie, wo mal was gemacht hat.

00:03:24: Und das ist ja auch ein Arbeitsplatz.

00:03:26: Aber stell dir mal vor, du bist einfach dreißig Tage am Stück auf See und hast kein Land gesehen, machst eigentlich nur deine tägliche Arbeit...

00:03:32: Ich glaube, dass es halt auch ein menschliches Bedürfnis ist.

00:03:34: Ich meine, wenn man Single ist, dann kann man das ja machen, wie man möchte,

00:03:41: aber ich glaube, das ist schwierig.

00:03:42: Also, vor allen Dingen, weil das ja auch Kameraden sind.

00:03:44:

00:03:51: Du hast

00:03:55: ja so viel gesagt, dass ich an ein paar Punkten schon überlegt habe.

00:04:00: Manchmal waren es zweihundertzwanzig Leute, quasi dreißig Tage am Stück unterwegs und wir konnten uns weder ausweichen noch aus dem Weg gehen, wenn wir uns nicht mehr leiden konnten.

00:04:09: Noch hatten wir aber auch viel Auswahl...

00:04:11: Gut, natürlich ist das ein menschliches Bedürfnis, sich nahe,zu sein, Haut zu fühlen. Und dann hast du gesagt, wir haben nachts ganz viel mitbekommen...

00:04:21: Wie war das denn dann für dich?

00:04:23: Also, ich stelle mir das so vor, du liegst in deiner Koje

00:04:26:

00:04:27:

00:04:28:

00:04:29:

00:04:30:

00:04:32: und nun dann hörst du von rechts von links...

00:04:37: Wie ist es?

00:04:38: Weil, 

00:04:38: du weißt ja wahrscheinlich auch, wer neben dir wohnt.

00:04:41: Ja, das weiß man schon und im Endeffekt hört man das auch, wer mit wem.

00:04:46: Also, wenn man zumindest mit der Person mehr zu tun hat.

00:04:50: Seefahrt oder allgemein Bundeswehr ist ein bisschen offener, flacher, stumpf.

00:04:59: Man macht auch so ein paar Witze und solche Sachen.

00:05:02: Da weiß man natürlich, ah,  okay der er macht das so der hat das und die Vorlieben.

00:05:08: Okay, also da rattert es halt eher so durch den Kopf.

00:05:11: Man weiß, was passieren kann oder könnte oder passiert ist, das ist aber auch immer unterschiedlich.

00:05:18: Es gab die verrücktesten Sachen, wie gesagt, direkt neben mir.

00:05:22: Also stell dir vor, ein Schiff ist ja alles aus Metall, Stahl und auf See ist es halt immer laut.

00:05:27: Ich sage immer, ich habe im Hotel "Zur SchraubeS gewohnt, weil direkt unter mir war halt die Schraube und je nachdem, wie viel Dampf wir gegeben haben, war es eben entspannt oder laut, dann hört man sowas halt auch.

00:05:38: Ich meine, das war meistens eher im Hafen, gar nicht so um Tagesbetrieb, da ist jeder irgendwie am Wuseln und  da kann man sich ja auch mal Ecken aussuchen, die man normalerweise nicht so besucht und nicht öffentlich frequentiert sind. 

00:05:54: Okay, dann haben wir quasi Besatzungsmitglieder,

00:05:56:

00:05:58:

00:06:00: die vorher schon auf dem Schiff zusammen waren, die dann einfach solche Momente an Land genutzt haben, um mal ein bisschen Privatsphäre zu haben?

00:06:10: Ja, nicht nur an Land, sondern auch dann an Bord.

00:06:14: Das Schiff ist ja mit Videokameras ausgestattet worden, so dass man alles sehen kann.

00:06:19:

00:06:21: Keine genauen Details, aber dann hat man halt nachts mal gesehen, wie sie ein bisschen Spaß hatten und natürlich konnten dann die Leute, die das beobachtet haben, zum Beispiel im Leitstand oder an der Wache, diese Kameras steuern, die haben dann halt Kino.

00:06:37: Freiwillig oder unfreiwillig. 

00:06:39: Genau.

00:06:40: Wenn man natürlich nicht vorher geguckt hat, wie sind denn die Kameras gerade ausgerichtet, 

00:06:44: kann man uns überhaupt sehen, dann sieht man halt, wie man rausschleicht, so ganz vorsichtig und dann da was macht. Ist dann schon irgendwie auch lustigm wenn das ganze Schiff dann weiß, die beiden...

00:06:56: Ist es wirklich lustig und ist es dann so entspannt gewesen zwischen euch, dass es wirklich gar kein Thema war?

00:07:06: Das war dann manchmal am nächsten Morgen auch

00:07:11: bedrückend, beklemmend, unangenehm, peinlich, was alles so passieren kann.

00:07:15: Mich hat es ja nicht so betroffen,

00:07:18: aber man kriegt natürlich auch die Meinung von den anderen ein bisschen mit.

00:07:23: Und ja, die einen sind am Lästern und die anderen am Feiern. 

00:07:26:

00:07:28: Können wir hier offen und ehrlich, einfach frei raus, alles sagen?

00:07:30: Unbedingt!

00:07:32:

00:07:36: Ja, die gewissen Schimpfwörter, die fallen und solche Sachen.

00:07:40: Und dann hast du aber die anderen Seiten.

00:07:41:

00:07:44: Die anderen sind gar nicht drauf eingegangen, weil ihr könnt ja machen, was ihr wollt ich bin vergeben, verheiratet, whatever, ist mir eigentlich egal.

00:07:51: Also, da war immer von- bis alles tatsächlich vorhanden und im Endeffekt war das manchmal eine einmalige Geschichte und manchmal sind das auch wirklich Beziehungen und Partner geworden.

00:08:04: Aber meine Erfahrung sagt, speziell in der Seefahrt,

00:08:07: wenn du lange unterwegs bist, kann es auch mit Zuhause kriseln.

00:08:12: Es gibt aber auch Männer und Frauen die halten das durch.

00:08:16: Aber es gibt auch "ich mach Schluss, ich hab keinen Bock mehr".

00:08:19: Also, es gibt solche und solche Sachen,

00:08:21: vor allen Dingen, weil man ja solange auf See ist, lernt man natürlich dann auch andere Menschen besser kennen.

00:08:27: Ob das danach

00:08:28: super

00:08:28: gut weitergeht, ist wieder die andere Frage.

00:08:30:

00:08:36: Na ja, man erlebt die gleichen Dinge.

00:08:37: Vielleicht auch die gleichen Gefahren.

00:08:39: Ich könnte mir vorstellen, das ist ja nun nicht jeden Tag einfach nur angenehm und vielleicht muss man noch weniger erklären, dass man genau die gleichen Dinge mitbekommt, über die gleichen Witze schmunzelt.

00:08:55: Natürlich schafft es schon eine Verbundenheit, die dann eben mit Außenstehenden erst wieder geknüpft werden muss.

00:09:03: Definitiv und man merkt das ja auch.

00:09:07: Also, wer mit wem, sei es jetzt auf dem Schiff oder beim normalen Arbeitgeber. 

00:09:13: Wo sind Spannungen, Reibung?

00:09:16: Das kriegt man irgendwie mit.

00:09:23: Also, auf einem Schiff haben verschiedene Dienstgradgruppen verschiedene Bereiche, wo jeder ist, also Unteroffiziere, Feldwebel, Bootsmänner und Offiziere.

00:09:36: Und dann hast du auch in diesen Dienstgradgruppen manchmal Überschneidungen, manchmal eben nicht.

00:09:42: Aber in der Regel, sage ich immer, alles, was auf dem Schiff passiert, bleibt auch immer auf dem Schiff.

00:09:47: Außer, man hängt das natürlich an die große Glocke.

00:09:55: Man hat eine

00:09:56: Gemeinschaft?

00:09:56: Ja!

00:09:58:

00:10:00: Ich sage immer, diese Marinezeit würde ich niemals missen, würde ich gerne jederzeit wieder machen, aber am Ende war ich halt über dreihundert Tage im Jahr weg.

00:10:08: Da hat man auch irgendwann keine Lust mehr. 

00:10:11: Das kann ich gut verstehen,

00:10:12: wenn dann auch Familie selbst ein Thema wird?

00:10:14: Ja,

00:10:15: genau!

00:10:15: Man will sich ja auch mal was aufbauen und solche Sachen.

00:10:17: Wenn mein jung, dynamisch, wild ist, dann kann ich das jedem nur empfehlen, das mal zu machen.

00:10:23: Und vor allem siehst du die ganz anderen Kulturen.

00:10:27:

00:10:35:

00:10:37:

00:10:41:

00:10:44:

00:10:45: Also viele Angebote auf jeden Fall.

00:10:49: Jetzt sagst du ja, du bist eher als Kollege betroffen gewesen und hast natürlich sehr schnell verstanden um dich herum, wo war mehr Anziehung, wo nicht, 

00:10:58: wo hat es vielleicht auch mal gekracht.

00:11:01: Gab's da auch Situationen, wo du gedacht hast "So geh's jetzt irgendwie nicht weiter", was unangenehm war im kollegialen Feld?

00:11:10:

00:11:14: Das hat mich persönlich nicht betroffen, 

00:11:16: aber ja, man hat das schon gemerkt, dass zwischen den Parteien Spannungen waren und dass man immer darauf geachtet hat, okay, wie interagieren die beiden jetzt miteinander.

00:11:33:

00:11:37:

00:11:40: Speziell ich war in der Position auf dem Schiff so eine Art Betriebsrat, Vertrauensperson nannte sich das.

00:11:49: Ich hatte ein anderes Standing und war für die Leute da,  die zu mir gekommen sind.

00:11:55: Also ich war auch Fernmelder, ich hatte schon sehr viel Vertrauen, eine ganz andere Basis, um mit den Leuten zu sprechen.

00:12:07: Die haben mir die tiefsten Sachen anvertraut, deshalb finde ich es auch so spannend, dass als Beobachter zu sehen, auch in den unterschiedlichen Gruppen und mit unterschiedlichen Menschen.

00:12:21: Das ist eine ganz spannende Position, die du da einnimmst.

00:12:23:

00:12:31:

00:12:41:

00:12:52: Was ich noch nicht so gehört habe, da würde ich gerne nochmal fragen.

00:12:55: Du hast gesagt, naja, manchmal haben wir Scherze drüber gemacht, manchmal ist es eher so ein bißchen gefeiert worden... aber gab's auch richtig echte Gespräche?

00:13:08: Was bewegt mich, 

00:13:09: was beschäftigt mich, was fehlt mir vielleicht auch?

00:13:11: Was versuche ich, mir durch so eine Verbindung auszugleichen?

00:13:17: Also, wenn ich so auf die Zeit zurückblicke, denke ich eher, jeder hat mit sich selbst zu tun gehabt und nicht so die emotionale Schiene raushängen lassen.

00:13:26: ;an ist ja Seefahrer und männlich, kräftig und man zeigt keine Emotionen, usw.

00:13:33: Klar gab es auch mal emotionale Ausbrecher und dann hat man sich irgendwie unterstützt und war mal da als Gesprächspartner.

00:13:41: Aber speziell solche Sachen, das wurde halt immer so

00:13:44: nach außen getragen a la

00:13:46: "Ich bin der Coolste!",

00:13:46: "Ich habe den längsten ..."  und so weiter und so gehandhabt.

00:13:50:

00:13:54:

00:13:57:

00:13:59: Im Endeffekt ist es nicht immer so.

00:14:01: Hat man aber überall, nicht nur eine Seefahrt, sondern überall im Business gibt es halt die, die sind einfach still.

00:14:06: Die einen sagen "Okay, ist in Ordnung" und die anderen brüllen ganz laut nach vorne. .

00:14:12:

00:14:14:

00:14:20:

00:14:24:

00:14:30:

00:14:35: Ja, ich glaube, die Situation auf dem Schiff ist schon nochmal sehr besonders, weil man eben bleibt.

00:14:40: Ja, natürlich!

00:14:41: Auf See kannst du halt nicht weg.

00:14:45:

00:14:48: Außer, du bist zu Hause im Hafen, dann fährt man ja meistens und in der Regel am Wochenende nach Hause.

00:14:53: Oder, wenn du eine Wohnung oder Haus in der Nähe hast, aber trotzdem bist du irgendwie immer da.

00:14:59:

00:15:07:

00:15:08:

00:15:10:

00:15:17: Man kann in einem normalen Großraumbüro leichter fliehen, in Anführungszeichen.

00:15:20: Ja, das stimmt!

00:15:21: Auf jeden Fall auch trockenen Fußes, zumindest meistens.

00:15:26: Du hast eben angesprochen, dass es natürlich ein bestimmtes Rollenbild, vielleicht auch zugespitzt, Klischees gibt.

00:15:35: Natürlich, Seefahrt wird verbunden mit Stärke, mit Kraft, vielleicht auch mit Emotionskühle.

00:15:44: Ich weiß nicht, ob's das trifft, dass darfst du gleich selbst sagen.

00:15:47: Aber wenn du heute so zurückschaust, gerade auf diese Zeit bei See, würdest du dir Dinge anders wünschen?

00:15:54: Gerade vielleicht im Umgang mit Emotionen, mit Gefühlen und Liebe?

00:15:59: Ich glaube, dass die Bundeswehr das weniger als Thema hat, denn wenn man mal so allgemein in die ganze Welt gerade schaut, ist das einfach fehl am Platz.

00:16:13: Also, dann hat man nicht den Kopf für die richtige Arbeit.

00:16:17: Da müsste man das eher adaptieren auf normale Arbeitgeber. 

00:16:27: Aber speziell auf dem Schiff muss jeder für sich selber ein bisschen herausfinden und empfinden.

00:16:36: Ich weiß nur, dass, egal, was ist, jeder war immer für jeden da, Und das ist, glaube ich, das Wertvolle.

00:16:43:

00:16:57: Klar hat man sich mal Tipps geholt, je nachde wie befreundet man mit den Leuten war auf See oder auf der normalen Arbeit... Auf der Landarbeit!

00:17:08: Ist immer unterschiedlich.

00:17:10:

00:17:16: Das kann man gar nicht pauschalisieren.

00:17:19: Und wenn du dir nun etwas wünschen könntest, in Bezug auf Gefühle...

00:17:25: Denn ja, die Bundeswehr ist zwar auf der einen Seite sicherlich nicht zuerst damit in Verbindung zu bringen und auf der anderen Seite haben wir natürlich wahnsinnig viel Emotionalität auch dort, die auch zwischenmenschlich gesucht und gestützt wird oder vielleicht sogar einen Halt darstellen kann.

00:17:45: Gäbe es da was, was du dir heute vielleicht mit wünschen würdest, wenn du könntest?

00:17:52: Boah!

00:17:52: Gute Frage.

00:17:55: Nun, klar und es ist auch wichtig, denn die Marine, die Bundeswehr, das sind ja nun sehr sensible Bereiche, auch, gerade, wenn es um Liebe und Sexualität geht.

00:18:06:

00:18:11:

00:18:22: Ich glaube, das ist auch für unsere Zuhörer interessant, weil es eben auch mehr im Fokus ist.

00:18:27:

00:18:27:

00:18:33:

00:18:35:

00:18:39:

00:18:40:

00:18:41:

00:18:42: Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass man einfach Verständnis hat, dass man darüber redet und ...

00:18:57: Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, einfach sagen kann "Ja, okay". Man kann zum Beispiel Sex haben oder seine Vorlieben ausleben,  dass es einfach geht,  dass man nicht gleich negativ abgestempelt wird. 

00:19:15: Im Endeffekt, wenn ich zurückblicke, gab es eine Handvoll Menschen, die haben's immer im Hafen drauf angelegt, auch speziell von der weiblichen Seite.

00:19:25: Die wussten natürlich schon mit ihren Reizen zu spielen. Es ist dann nichts passiert, aber sie haben's einfach getestet und ich glaube, auf den beiden Seiten wäre es entlastend, dass man einfach Verständnis zeigt, dass es das gibt.

00:19:41: Dass es passiert... Also, dass man vielleicht auch eher sagt, wir tun mal was für die Besatzung und laden mal Leute ein.

00:19:49: Ja, okay!

00:19:50: Das ist ein spannender Ansatz.

00:19:52: Man muss vielleicht doch gar nicht unter sich bleiben und entzerrt es damit so'n bisschen?

00:19:55: Was dann passiert, nun, das steht ja sicherlich auf einem anderen Blatt.

00:19:58: Ja, du musst auch bedenken, im Hafen

00:20:00:

00:20:02: Gehst du in den Strip-Klubs und guckst da ein bisschen.

00:20:06: Ja, das sind

00:20:07: die Klischees.

00:20:11: Ja, das gibt es, war ich auch, hat auch Spaß gemacht, nur zu gucken.

00:20:16: Aber das ist dann nicht Anfassen oder in Aktion treten.

00:20:19: Aber auch da, jeder ist da anders.

00:20:21: Die einen haben was gemacht, die anderen haben einfach nur Kohle ausgegeben, die anderen haben einfach nur geguckt, die einen haben einfach einen coolen Abend zusammen gehabt.

00:20:29: Das kommt immer drauf an.

00:20:31:

00:20:39: Da würde ich mir wünschen, dass man ein bisschen Verständnis hat oder sagt "Hey, wir besprechen es einfach mal.  Denn es gibt auch einen Seelsorger mit an Bord zumindest, im Einsatz.

00:20:50: Mit dem kann man sprechen oder Psychologen oder dass man eine Gruppe aufmacht, in Anführungszeichen, wo man sich mal austauschen kann.

00:20:58:

00:21:03:

00:21:15:

00:21:16:

00:21:20: Jeder ist da anders, 

00:21:20: aber ich glaube, dieser Wunsch,  dass es akzeptierter wäre, dass wir Menschen sind, wie wir sind 

00:21:27: plus mehr Gesprächsangebote,

00:21:30: das wäre schon großartig.

00:21:33: Ja, definitiv, also damals gab's das nicht oder ich habe es nicht mitbekommen.

00:21:41: Aber man will ja vielleicht auch gar nicht aus Scham mit irgendjemandem darüber sprechen,

00:21:46: zumindest nicht, wenn man erwartet, dass es negative Konsequenzen gibt.

00:21:53:

00:21:57:

00:22:01:

00:22:02:

00:22:04:

00:22:05:

00:22:08:

00:22:11:

00:22:13:

00:22:15: Ich möchte trotzdem 

00:22:18: fragen: Gibt's noch was, was du vielleicht noch nicht teilen konntest, weil es noch kein Raum hatte und wo du sagst, das würde ich gerne einfach noch sagen?

00:22:26: Speziell zu dem Thema oder speziell über mich?

00:22:30: Beides!

00:22:31: Wir haben ja jetzt schon gemerkt, du hast wahnsinnig viel Erfahrung, sehr spezielle Blickrichtung durch deine besondere Vita und die Frage geht daher in beide Richtungen.

00:22:43:

00:22:51: Ich glaube, ich sage einfach mal so ganz frei:

00:22:55: Jeder sollte das machen, worauf er Bock hat und eigentlich auf die Meinungen der anderen kacken, auf gut Deutsch. Also, wirklich einfach machen, denn wir haben nur ein Leben.

00:23:06: Zeit können wir leider nicht zurückstellen.

00:23:09: Geld schon. Geld kommt und geht, Zeit ist jetzt vorbei, die können wir nicht wieder einholen.

00:23:16:

00:23:30: Ob man das später bereut, keine Ahnung, aber wir leben hier und jetzt. Einfach machen, einfach wirklich machen, egal, ob dass jetzt Arbeit ist, Sexualität oder Ähnliches.

00:23:41: Wir wollen gut leben, wir wollen Spaß haben und das ist, glaube ich, das Wichtigste.

00:23:44:

00:23:47:

00:23:53:

00:23:59:

00:24:05:

00:24:07:

00:24:08:

00:24:10: Das macht es im Endeffekt auch aus.

00:24:12: Ja, Dankeschön

00:24:13:

00:24:13: Nun,

00:24:13: wir werden natürlich verlinken.

00:24:15: Wer dich erreichen möchte, darf das selbstverständlich gerne.

00:24:18: Ich sage auf jeden Fall "Dankeschön" für all das, was du uns hast hören lassen, von dir, von deiner Sicht als Kollege und Außenstehender und wie das auf dich gewirkt hat. 

00:24:32:

00:24:43: Danke fürs Zuhören.

00:24:44: Wenn dich diese Folge berührt hat, teile sie.

00:24:48: "Berufsverkehr" findest Du überall dort, wo es Podcasts gibt.

00:24:53: Bis zur nächsten Begegnung!

00:24:55: Deine Nancy Hanisch.

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